Finanzielle Leistungen

auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick über finanzielle Leistungen.

Mutterschaftsgeld

Wie wirkt sich die Schwangerschaft auf die Einkommenssicherung aus?

Die finanzielle Absicherung während der Schutzfristen (i.d.R. 6 Wochen vor und 8 Wochen nach dem Entbindungstermin) erfolgt auf Antrag bei Beschäftigten in der Regel durch das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und einem Zuschuss des Arbeitgebers. Für die Beantragung ist ein formloser Antrag bei der Krankenkasse mit Bescheinigung eines Arztes über den voraussichtlichen Geburtstermin zu stellen (Bescheinigung darf bei Antrag nicht vor der 7.Woche des berechneten Geburtstermins ausgestellt sein).

Pflichtversicherte oder freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen erhalten Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse in Höhe des durchschnittlichen Nettoverdienstes, maximal jedoch 13 € pro Tag. Übersteigt der durchschnittliche kalendertägliche Nettoverdienst den Betrag von 13 €, so zahlt der Arbeitgeber die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Für Frauen, die kein Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen sind - wie privat krankenversicherte oder familienversicherte Arbeitnehmerinnen - zahlt das Bundesversicherungsamt auf Antrag Mutterschaftsgeld in Höhe von maximal 210 €. Der Arbeitgeber zahlt auch in diesen Fällen den gleichen Zuschuss wie für die gesetzlich Versicherten, und zwar als Differenzbetrag zwischen 13 € und dem kalendertäglichen Nettoeinkommen.

Beamtinnen erhalten während der Schutzfristen ihre Besoldung wie gewohnt weiter.

Was ist Elterngeld?

Mit dem Elterngeld bekommen Familien die Möglichkeit, sich in den ersten Lebensmonaten vorrangig dem Kind widmen zu können und finanziell abgesichert zu bleiben. Der Kontakt zum Beruf kann dabei durch die Option auf Teilzeitarbeit gehalten werden. Im Sinne einer Work-Life-Balance leistet es einen Beitrag, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Wer bekommt Elterngeld?

Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen und erziehen, können Elterngeld bzw. ElterngeldPlus beantragen. Anspruch haben alle Mütter und Väter

  • deren Kinder im eigenen Haushalt leben,
  • die nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten
  • und ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Auch Ehepartner und Lebenspartner, die das Kind des Partners nach der Geburt betreuen, können Elterngeld beantragen.


Das Elterngeld wird unabhängig von der beruflichen Statusgruppe vor der Geburt gewährt. Es erhalten Arbeitnehmer/-innen sowie Hausfrauen und -männer, Studierende und Erwerbslose.

Für ausländische Eltern gilt: Eltern mit einer Staatsangehörigkeit von EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz haben einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland arbeiten oder wohnen. Eltern anderer Herkunftsländer können Elterngeld beantragen, wenn ihr Aufenthaltstitel dauerhaft ist (z.B. bei Niederlassungserlaubnis). Ist die Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis befristet, besteht kein Anspruch auf Elterngeld.
 

Wie viel Elterngeld steht Ihnen zu?

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Einkommen, das vor der Geburt des Kindes erzielt wurde:

In der Regel werden 65 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt gewährt, maximal jedoch 1.800 €. Das bedeutet, als Nettoeinkommen werden höchstens 2.700 € zugrunde gelegt. Bei Eltern, deren Nettoeinkommen vor der Geburt unter 1.000 € betrug, erhöht sich dieser Prozentsatz schrittweise auf bis zu 100 Prozent. Je geringer der Verdienst ausfiel, desto höher ist demnach die Elterngeldrate. Der Minimalbetrag liegt bei 300 €.

Wichtig für Stipendiaten: Stipendien gelten nicht als Erwerbseinkommen und werden daher bei der Einkommensermittlung für das Elterngeld nicht berücksichtigt.

Haben Eltern vor, während des Bezugs von Elterngeld einer Teilzeitarbeit nachzugehen, so beträgt das Elterngeld 65 Prozent der Differenz des regelmäßigen Einkommens vor der Geburt und des reduzierten Einkommens, mindestens jedoch 300 €. Bitte teilen Sie der Elterngeldstelle rechtzeitig mit, wenn Sie sich für die Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung entscheiden.

Und wenn es mehr als ein Kind zu betreuen gibt? Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um 300 € (150€ bei ElterngeldPlusbezug) je zusätzlichem Kind.
Auch bei Geschwisterkindern wird mehr Geld gezahlt: Wenn das ältere Geschwisterkind 3 Jahre alt ist, oder zwei Kinder unter 6 Jahren alt sind, wird das Elterngeld um 10 Prozent erhöht, mindestens um 75 €.
Wer ausländische Leistungen bezieht oder Anspruch darauf hat, muss beachten, dass keine doppelten Leistungen zur Kindererziehung gewährt werden können.

Einen Elterngeldrechner finden Sie hier.

Wie lange gibt es das Elterngeld?

Das (Basis)Elterngeld wird in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes gewährt. Ein Elternteil allein kann dabei höchstens 12 Monate Elterngeld beziehen. Möchten beide Elternteile Elterngeld beziehen, können sie von den sogenannten Partnermonaten profitieren. Der Anspruch erhöht sich dann um 2 weitere Monate auf insgesamt 14 Monate. Um die Voraussetzung zu erfüllen, müssen beide Partner während mindestens zwei Monaten ein gemindertes Erwerbseinkommen beziehen, etwa wegen der Reduzierung der Arbeitszeit. Das heißt für Studierende und Stipendiaten, die noch kein regelmäßiges Erwerbseinkommen bezogen haben: Sie müssen mindestens ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis nachweisen, um die Partnermonate ausschöpfen zu können.
Die Aufteilung untereinander steht den Partnern völlig frei (bis auf die beiden Partnermonate), Elterngeld kann nacheinander oder auch gleichzeitig bezogen werden. Beachten sollten Sie unbedingt, dass der Bezug von Mutterschaftsgeld bereits als Zeitraum für den Bezug von Elterngeld angerechnet wird. Der Vater kann jedoch während dieser Zeit eigene Elterngeldmonate in Anspruch nehmen.

Auch Alleinerziehende haben Anspruch auf bis zu 14 Monate Elterngeld, wenn das Kind bei ihnen allein in der Wohnung lebt. Auch hier gilt wieder: Der Bezug des Erwerbseinkommens muss mindestens während zweier Bezugsmonate gemindert sein. Stipendiatinnen müssen über ein Nebeneinkommen verfügen, wenn sie die Partnermonate geltend machen möchten, denn das Stipendium allein gilt nicht als Erwerbseinkommen.
Eltern können den Bezug von Elterngeld auch auf bis zu 24 bzw. 28 Monate unter Halbierung der monatlichen Beträge verlängern.

Wie beantragt man Elterngeld?

Elterngeld muss schriftlich beantragt werden. Rückwirkende Zahlungen sind dabei nur für die letzten drei Monate möglich. In Thüringen sind die Landkreise und kreisfreien Städte für das Elterngeld zuständig. (Hier: Die Elterngeldstelle der Stadt Jena).

Die Formulare liegen bei der Stadtverwaltung, den Krankenkassen oder Entbindungsstationen aus oder können hier heruntergeladen werden.

Besteht Anspruch auf andere Sozialleistungen?

Wenn das Elterngeld nicht zum Lebensunterhalt ausreicht, besteht möglicherweise Anspruch auf andere Sozialleistungen, wie beispielsweise Wohngeld oder den Kinderzuschlag. Dabei wird Elterngeld nur berücksichtigt, soweit es den Mindestbetrag von 300 € übersteigt.

Versicherungsschutz und Versicherungspflicht bei Krankenkassen?

Sind Sie Pflichtmitglied, bleiben Sie weiterhin beitragsfrei versichert, wenn neben dem Elterngeld keine weiteren Leistungen bezogen werden. Auch für freiwillig Versicherte besteht Versicherungsschutz durch die gesetzlichen Kassen. Grundsätzlich müssen Sie aber weiter Beiträge zahlen. Wer bisher als Beschäftigter freiwillig versichert war und sich nun in Elternzeit befindet, kann durch den Ehepartner familienversichert werden, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt werden.
Die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit kann eine Versicherungspflicht nach sich ziehen. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach den Einzelheiten.
Privat Versicherte bleiben während der Mutterschutzfrist und Elternzeit in der privaten Versicherung und müssen die Prämien selbst tragen, inklusive des vom Arbeitgeber übernommenen Anteils.

Stipendiaten, die freiwillig versichert waren, müssen auch weiterhin Beiträge an die gesetzliche oder private Krankenkasse zahlen. Für Familienversicherte ändert sich durch die Geburt des Kindes nichts. Wer während der Babypause ALG II bezieht, ist über die Arbeitsagentur versichert.
 

Wer bekommt das Kindergeld bis wann und wie viel?

Eltern erhalten für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr Kindergeld - in einigen Fällen auch darüber hinaus. Dies ist z.B. der Fall, wenn sich die Kinder in einer Berufsausbildung oder im Studium befinden. Das Kindergeld wird dann höchstens bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gezahlt. Das Kindergeld beträgt für die ersten beiden Kinder 204€, für das dritte 210€ und für jedes weitere 235 €.

Beantragen kann immer nur eine Person Kindergeld für ein Kind. Erfüllen beide Elternteile die Voraussetzungen, so können Sie untereinander bestimmen, wer das Kindergeld erhalten soll. Für die Beschäftigten und Beamten des Landes wird das Kindergeld bei der Familienkasse des Freistaates (Familienkasse Thüringen) beantragt. Drittmittelbeschäftigte bzw. Mitarbeiter aus Haushaltsmitteln mit einer Beschäftigungszeit von weniger als 6 Monaten erhalten Kindergeld von der Familienkasse der Arbeitsagentur.




Die 3 Elterngeld-Varianten im Überblick

Sie können beim Elterngeld zwischen folgenden 3 Varianten wählen:


Sie können für jeden Lebensmonat neu entscheiden, welche Variante Sie bekommen möchten. Wie lange Sie Elterngeld erhalten, hängt davon ab, für welche Variante Sie sich entscheiden.